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Die Phasen der
Emerging Markets

Phase 1:
Euphorie pur. Die "breite Masse" sucht das große Geld in den neuen Märkten.
In diesem Beispiel nicht an Nasdaq und Neuer Markt, sondern in
Russland und dem Baltikum. Das
Spiel wiederholt sich in schöner Regelmäßigkeit - was wechselt,
ist nur der Schauplatz: Der Absturz wurde hier ausgelöst durch die sogenannte
Russland-Krise. Anders als bei der Internet-Blase, die platzen
musste weil die Unternehmen niemals die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen
konnten, sind an den Emerging Markets lediglich die Erwartungen zu schnell zu hoch geschossen. Auf lange Sicht jedoch können die Erwartungen erfüllt werden. Die Kurse
an den Emerging Markets wurden also durch die Russland- und später Asienkrise
(ausgelöst durch Thailand) in den Keller geschickt - nicht aber, weil sich das "Geschäftsmodell" insgesamt als unbrauchbar entpuppte.
Phase 2:
Der Absturz. Nun kommen die vermeintlichen "Bottomfisher":
Viele Investoren denken, das waren die Tiefstkurse und gehen einkaufen. Auflagenstarke Börsenbriefe empfehlen Anlegern, jetzt mutig einzusteigen oder auszusitzen. Die meisten
Analysten und Experten verkünden das Ende der Korrektur.
"Kurz vor der Dämmerung ist die Nacht am dunkelsten": Ein an sich richtiger Spruch. Er verführt
nur viele Anleger dazu, es quasi als "Sport" zu betrachten, zu Tiefstkursen einzusteigen.
Der Zeitpunkt ist meist viel zu früh.
Phase 3:
Es geht weiter nach unten. Die zuvor sportlich-enthusiastischen Anleger
verstummen ebenso wie viele Experten und Analysten. Nicht wenige
Anleger verlieren die Nerven und
verkaufen. Die Fundamentaldaten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen rabenschwarz aus. Auflagenstarke Börsenbriefe raten zum Verkaufen. Fondsmanager
müssen jetzt liquidieren, die enormen Mittelabflüsse aus ihren
Fonds zwingen sie dazu.
Phase 4:
Der Boden. Niemand interessiert sich mehr für Aktien aus diesem Markt. Die Fundamentaldaten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen weiter schwarz, aber nicht mehr "rabenschwarz" aus. Auflagenstarke Börsenbriefe raten
eindringlich dazu, sich fern zu halten. (Beispiele aus Osteuropa gibt's zur Genüge: Russland 1998, Estland 1999, Bulgarien 2000, Ukraine 2000/2001, Georgien 2003/2004 etc.).
Der Ostinvestor kauft in genau dieser Phase seine ersten
Tranchen.
Phase 5:
Investmentfonds und Anleger haben den Markt völlig abgehakt. Doch die Fundamentaldaten zeigen explodierende Gewinne, die wirtschaftlichen Rahmendaten haben sich geradezu dramatisch verbessert. Auflagenstarke Börsenbriefe raten eindringlich davon ab, sich hier zu engagieren. Die meisten Anleger wollen nichts von diesem Markt wissen.
In dieser Phase notieren nicht selten die Aktien auf KGVs von 1 bis 3, wachsen die Gewinne der Unternehmen mit 50 bis 400 % jährlich, das BIP-Wachstum liegt meist bei über 8 %. Das ist der Zeitpunkt, zu dem
wir i.d.R. einsteigen.
Typische Anlegermeinungen in dieser Phase:
"Was soll so ein Land schon für Perspektiven haben? Es ist doch viel zu klein und rohstoffarm" (z.B. Estland 2000, Bulgarien 2002,
Georgien 2004), oder "Das Land ist zu korrupt" (z.B. Russland 1999, Ukraine 2001/2002)
etc. Meist hagelt es negative Expertenmeinungen - während wir in
Ruhe unser Engagement ausbauen.
Phase 6:
Größere Investmentfonds kaufen ein. Auflagenstarke Börsenbriefe empfehlen mutigen Anlegern, vorsichtig und spekulativ zu kaufen. Immer mehr
Experten kommen und begründen, warum die Kurse weiter steigen werden.
Die Kurse der führenden Aktien haben mindestens 1.000 % und mehr gemacht.
Aktuelles Beispiel: Blue Chips
(noch nicht der breite Index!) aus Russland & Estland. Meist
beginnen wir in dieser Phase, Gewinne mitzunehmen - und anderswo zu investieren.
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