Estland
Aktien aus Estland bildeten unser Depotschwergewicht von 1999 bis 2003.
Warum?
Der gesamte baltische Aktienmarkt wurde durch die Rubel- & Russlandkrise 1998 mit in die Tiefe gerissen. Estland als Land
generell, und viele börsennotierte Unternehmen kamen jedoch relativ schnell wieder auf die Füße - während der große Nachbar Russland sich noch immer massiven Problemen ausgesetzt sah.
Wir setzten schwerpunktmäßig auf die Baubranche und die beiden führenden Banken, da diese beiden Branchen i.d.R. in einer aufstrebenden Volkswirtschaft das größte Potential versprechen.
Da in der Anlegermeinung der gesamte baltische Markt mit Russland quasi in Sippenhaft genommen wurde, gingen die äußerst positiven Meldungen jedoch zunächst im Markt unter.
Trotz Gewinnsteigerungen von über 50% per anno und wieder soliden Bilanzkennziffern waren die Aktien sehr günstig bewertet.
Erst später setzte sich die fundamental günstige Bewertung am Markt durch, und der Aktienmarkt geriet ins Laufen. Natürlich galt dies auch für den russischen Aktienmarkt - doch waren (und sind) die Risiken in Russland ungleich höher.

Zum Vergrößern und Erläutern unserer Ein- und Ausstiegszeitpunkte
auf den Chart klicken
Bulgarien
Aktien aus Bulgarien bildeten unser Depot
Schwergewicht von 2002 bis 2005 (ab 2004 zusammen mit der Ukraine)
In Bulgarien selbst setzten wir wiederum nicht einfach auf den Index, sondern konzentrierten uns auf fundamental unterbewerte Aktien. Bauwerte waren seinerzeit noch nicht bzw. nicht mehr börsengelistet (das boomende Geschäft in der Baubranche wurde ausschließlich von nicht-notierten Privatunternehmen durchgeführt).
Der Kurszettel bot jedoch eine ganze Palette von erheblich unterbewerteten Papieren: So z.B. die führende Hotelkette ALBENA, die zu Beginn unseres Investments mit lediglich 2.000 €uro je Hotelbett bewertet wurde. Im internationalen Peer Group-Vergleich eine extrem günstige Kennziffer. Hinzu kam reichlich Immobilienbesitz an der Schwarzmeerküste.
Führende Banken (CCB-Bank) und Versicherer (DZI) gingen im Laufe des Jahres 2004 an die Börse, die wir dann auch zeichneten.
Darüber hinaus investierten wir in staatliche Entschädigungscoupons und Vouchers, die seinerzeit zu lediglich 25 - 30% des Nennwerts (bei hohen Voluminas von mehreren 100 Mio. €uros) gehandelt wurden. Logisch erklärbar war dieser enorme Abschlag nur mit dem seinerzeit noch sehr geringen Vertrauen in den bulgarischen Staat. Auch hier kam es schlichtweg auf die risk/return-Relation an: Natürlich bestand ein Risiko, dass z.B. der bulgarische Staat sich nicht an seine eingegangen Verpflichtungen hielt, oder die Entschädigungs- bzw. Privatisierungsvouchers nicht ausreichend eingelöst würden. Dieses - durchaus vorhandene - Risiko wurde vom Markt jedoch erheblich überschätzt und stand in keiner Relation zu dem enormen Preisabschlag. 1 Jahr später stieg mit fortlaufendem Privatisierungsprozess der Preis für diese Instrumente rasch auf über 110%, wir begannen ab 90% mit dem Verkauf.
Darüber hinaus setzten wir auf die gute Entwicklung der kleinen und mittelständischen Betriebe, die vielfach gebündelt in Form von Holdings börsennotiert sind. Einige der zahlreichen Holdings konnten uns mit einem sehr professionellen Management überzeugen und wiesen ein sehr interessantes Portfolio gut geführter Unternehmen in aussichtsreichen Branchen auf. Vor allem aber waren die Fundamentaldaten sehr lukrativ. Viele Holdings notierten an der Börse erheblich unter dem Buchwert der konsolidierten Bilanzen, der Verkehrswert einzelner Holding-Beteiligungen wiederum lag deutlich über dem Bilanz-Buchwert.
Auch hier zeigte sich, dass der Markt noch nicht effektiv war. Anders war und ist es nicht zu erklären, dass die Marktteilnehmer lediglich auf die unkonsolidierten Zahlen der Holdings achten, deren realen Wert unter Einbeziehung aller zu konsolidierenden Beteiligungen aber übersah.

Zum Vergrößern und Erläutern unserer Ein- und Ausstiegszeitpunkte
auf den Chart klicken
Ukraine